ICH BIN EINE MINDERHEIT
Ja, ich habe diese Woche lernen müssen, dass ich zu einer
Minderheit gehöre.
Das wurde mir mitgeteilt, da ich es gewagt hatte, die Heilige
Helene und ihre jaulige Weihnachts-CD zu kritisieren. Und zusätzlich habe ich
noch meine Nichtfreude am Weihnachtsfest bzw. der Vorweihnachtszeit kundgetan,
denn diese übertrieben praktizierte Fröhlichkeit, mit der man auch den größten
Einkaufs- und Geschenke-Ausdenk-Stress begeht, gehen mir einfach nur auf die
Nerven.
Ja, und da braucht es nur ein Zeile von Hexen-Helene, die nicht
bezaubert, sondern das Fass zum Überlaufen bringt.
Da ich mich zwischendurch aber auch mal selber gerne
reflektiere und mich gefragt habe, ob ich wirklich zu einer Minderheit gehören
möchte, die weder die deutsche Schlagerqueen noch das Fest um die Geburt des
Herren idealisiert, bin ich noch zu einer ganz anderen Erkenntnis gelangt:
Ich habe nämlich festgestellt, ich gehöre nicht zu einer
Minderheit, nein ich BIN eine Minderheit.
Ich bin ich. Und nur ich - meine ganz eigene kleine Minderheit mit meiner ganz eigenen
Meinung.
Mit meinen Empfindungen, meinen Gefühlen, mit allem was mich ausmacht.
Mit meinen Empfindungen, meinen Gefühlen, mit allem was mich ausmacht.
Ich habe meine eigene Meinung und wisst ihr, was mich noch
zu einer weiteren Minderheit und fast ausgestorbenen Rasse macht: Ich vertrete
diese auch und bin nicht wie das Fähnlein im Wind und passe mich nicht der
Gesellschaft an wie ein willenloses Chamäleon.
Ich gönne mir den Luxus, ich zu sein.
Ich darf anders sein und anders denken, das kann mir nämlich keiner nehmen. Und wenn man sich einmal so bedenkt und akzeptiert hat, fühlt sich das verdammt gut an.
Ich darf anders sein und anders denken, das kann mir nämlich keiner nehmen. Und wenn man sich einmal so bedenkt und akzeptiert hat, fühlt sich das verdammt gut an.
Nur einen Haken oder ein paar Dinge gibt es doch doch beim Umgang mit den "Mehrheiten" zu beachten, wenn wir nicht vorhaben als Einsiedler zu
leben und die Zivilisation hinter uns zu lassen (darüber nachgedacht habe ich
schon, als mir mal wieder ein Einkaufswagen in den Hacken steckte):
Folgende Regeln wären ganz angebracht:
Folgende Regeln wären ganz angebracht:
Habe deine Meinung, aber…
… urteile nicht schlecht über andere Menschen und Meinungen,
denn du steckst nicht in Ihrer Haut.
… bewerte andere Menschen nicht, denn du kannst deine
Empfindung, deine Gefühl nicht steuern. Sie sind gehören zu dir und machen dich
nicht besser und schlechter als andere.
… verletze niemanden bewusst mit deiner Meinung, versuche deine Meinung angemessen zu kommunizieren.
… erkläre deinen Standpunkt, denn wie soll man dich sonst überhaupt
verstehen?
… höre dir andere Meinungen an, nur so kannst du andere
verstehen und nur deine Meinung festigen oder auch mal revidieren, was nichts
mit ständiger Anpassung zu tun haben darf, aber auch mal eine Erkenntnis sein kann, wenn man wirklich falsch lag oder noch keine andere Sichtweise in Betracht gezogen hat.
Ich werde die Fischerin und ihr Getue nimmer mögen. Ich mag aber ebenso wenig ABBA und Death Metal.
Ich mag das Weihnachtsfest bei der Familie, aber nicht die
Weihnachtslieder, die ich hören und die Schlachten, die ich mit Fremden in
Geschäften schlagen muss.
Ich mag Hunde und kann Katzen nicht leiden. Ich esse lieber
Tofu als Fleisch.
Ich gucke lieber „Stromberg“ als „Sex in the City“. Ich höre
lieber Hörbücher statt zu lesen und da lieber Thriller als Liebesromane.
Ich mag die Kälte eher als die Wärme und den Abend eher als
den Morgen. Den Mond und die Sterne lieber als sie Sonne.
Und für einen Cola-Bacardi lasse ich auch mal ein Glas Champagner stehen.
Und für einen Cola-Bacardi lasse ich auch mal ein Glas Champagner stehen.
Ich bin kein Mainstream, ich bin anders und ich mag die
Menschen, die mich und sich selber akzeptieren können, denn die fühlen sich auch nicht immer gleich angegriffen.
PS. Danke K. für diese Erkenntnis – und das ist ernst und nicht böse gemeint J!
Mal anders, mit Spitzen, Ecken und Kanten :)




