Dienstag, 4. August 2015

Den Sommer mit allen Sinnen genießen


Puh, es ist Sommer!!! Endlich Zeit, die wenigen Tage zu genießen, die unser Sommer in diesem Jahr nur zu bieten hat.

Ich kann ihn SEHEN, RIECHEN, HÖREN, FÜHLEN und SCHMECKEN!

Ich sehe, den blauen Himmel und die weißen Wölkchen, die gleißende Sonne und ich sehe, dass der Rasen vor meinen Balkon wieder verbrennt und auch die Felder im Nationalpark sahen schon mal saftiger und bunter aus.

Ich sehe in der Stadt zu überfüllte Straßen mit vielen fremden Kennzeichen, eine gut gefüllte Innenstadt, mit vielen Urlaubern, die hoffentlich nicht nur den Bäckereien und asiatischen Imbiss- oder den Dönerbuden Geld in die Kassen spülen…

Ich sehe beim Shoppen viele Feriengäste vor mir in den Gängen und an der Kasse, so dass der Einkauf eher zum Hindernislauf als zu einem entspannten Bummel wird.

Ich sehe überall Menschen in Trägershirts mit Pelz unter den Armen, zu kurzen Röcken, zu engen Hosen, zu bunten Leggings in den Ritzen, mit zu hoch gezogenen Socken, mit faltigen Armen, zu dicken Bäuchen und mit hässlichen nackten Füßen… UND ICH WEIß, ES IST SOMMER!

Ich kann ihn riechen! Wenn man spazieren geht, weht immer mal wieder mit einem lauen Lüftchen ein Blütenduft herüber. Mal süß, mal blumig, mal streng, mal beißend. 

Ich rieche das Obst, dass reif geworden ist und dessen Reste bei der Hitze unter den übervollen Bäumen, in den Komposthaufen und den Mülltonnen vergeht.

Ich rieche die Menschen. Einen attraktiven Mann, dessen zu großzügig aufgetragenes After Shave zu schwer in der heißen Luft hängt. Ich rieche Schweiß von dem Teeni, der am Strand vor mir sitzt und dessen Hormone bei dem Anblick der attraktiven Mädchen verrücktspielen und ich rieche den Fußgeruch von seinen übergroßen Turnschuhe, die neben ihm auslüften. UND ICH WEIß, ES IST SOMMER!

Ich kann ihn hören! Die Fährschiffe im Warener Hafen, die durch lautes Tuten im stündlichen Takt zumindest die Urlauber erfreuen. Das Gackern der Möwen und Enten, die von Touristen mit immer mehr Brot gemästet werden.

Ich höre zu jedem Fest am Hafen, die laute Musik, das Grölen der Betrunkenen und die unnötigen Feuerwerke, die die Luft und das Wasser des Hafens verschmutzen und die verängstigtsten Rufe der Vögel.

Ich höre die Kinder auf den Straßen spielen und toben und kreischen bis ich die Balkontür wieder schließe, um Ruhe zu finden. UND ICH WEIß, ES IST SOMMER!

Ich kann ihn fühlen! Ich fühle die Sonnenstrahlen auf meiner Haut und hoffe, wie in jedem Jahr, dass sie mich bräunen. Doch ich fühle nur den Schmerz, den der Sonnenbrand mit sich bringt und anschließend die kühlende Wirkung der After Sun-Produkte.

Ich fühle den Sand unter meinen Fußsohlen, der sich wegen der Trockenheit beim Spaziergang in meine Schuhe geschlichen hat und meine Füße wund scheuert.

Ich fühle, die Hitze und wie mir die Schweißtropfen die Stirn und den Rücken hinunterlaufen und die Angst mit sich bringen, sich im schlimmsten Falle selbst riechen zu müssen.

Und ich kann ihn schmecken! Ich schmecke die kühle und erfrischende Weißweinbowle meine Kehle hinab laufen, die man nur immer Sommer richtig genießen kann und die mich nach ein paar Gläschen alle anderen Begleiterscheinungen vergessen lässt…


UND ICH BIN FROH, DENN ES IST SOMMER!