Freitag, 23. Oktober 2015

SERVICEWÜSTE WAREN (Müritz)

Seit einigen Tagen gibt ein weiteres Warener Geschäft, das mich nie wieder als Kunde haben wird.
Ich war neulich kurz in einem Schreibwarengeschäft, weil ich CD-Papierhüllen kaufen wollte. Da die Verkäuferin mich schon mit einem gekünstelten Lächeln und einer sonstigen "Sprich mich bloß nicht an"-Körperhaltung begrüßte, habe ich mich so auf die Suche gemacht.

Dabei kam ich auch an einige Folienstiften vorbei, wovon ich einen zur Begutachtung kurz in die Hand nahm, mich jedoch dagegen entschied und ihn, wie es allgemein wohl so üblich ist, zurück in seine Box legte. Ich fand dann relativ zügig die CD-Hüllen und ging zur Kasse.

Dort erwartete mich "Blondie", während eine andere Verkäuferin genervt versuchte einer anderen Kunden den Lotto Quicktipp zu erklären. Ich legte meine CD-Hüllen hin, sie scannte sie ein und fragte dann: "Sie hatten vorhin ja auch Stifte in der Hand. Wo sind die denn? Haben sie die noch irgendwo in einer Tasche einstecken?"

Ich war perplex und fast zu entsetzt, um zu antworten und das kommt nun nicht so häufig vor. Einen Kunden so zu behandeln und mir einen (versuchten) Diebstahl zu unterstellen, ist eine bodenlose Frechheit. Dass ich überhaupt noch relativ ruhig geblieben bin und ihr die Hüllen nicht direkt in die Visage gedrückt habe, bereue ich jetzt. Mein Ansage war deutlich, hat aber noch nicht vollständig meine Wut verrauchen lassen.

Meine erneute Erkenntnis: Der so hochgelobte persönliche Kontakt in kleinen Geschäften ist nur etwas wert, wenn er nicht immer wieder von dummen Menschen mit Füße getreten wird.
Ich jedenfalls kann als Kunde gerne darauf verzichten und begebe mich demnächst nicht wieder in die Stadt, um regionale Geschäfte zu unterstützen, sondern bevorzuge wieder die Anonymität des Internets, lasse mir die Waren ins Haus liefern, profitiere nebenbei noch von den günstigeren Preisen und bestreite stressfrei meinen Tag!