Freitag, 23. Oktober 2015

Der Herbst hat wundervolle bunte Seiten 






Weiter geht's - SERVICEWÜSTE II

Zum Wochenende durfte ich noch einmal eine ganz prima Dienstleistung in Anspruch nehmen. Ach nein, ich meine die ist wieder an mir vorübergezogen. Dieses Mal von der Deutschen Post.

Ich habe gerade durch Zufall gesehen, dass das Postauto vor der Tür stand. Da ich ein Paket erwartete stellte sich bei mir eine gewisse Vorfreude ein. Ich hörte eine Nachbarin mit dem Aushilfspostmann sprechen, ich hörte die Postkästen klappern, aber keine Klingel... Enttäuscht ging ich ans Badezimmerfenster, was angekippt war und sah den Postmann 1 dort auf das Auto zugehen, wo ein 2. Postmann war.

P1 sagte dann lachend und laut: "Ich bin aber auch böse...., aber denkst du, ich laufe hier jetzt ein paar Mal hin und her. Das hat jetzt alles eine."

Böse war daraufhin mein Stichwort! Ich stürzte zu meinem Briefkasten und da war doch wirklich eine Benachrichtigung, dass ich das Paket bei meiner Nachbarin abholen könnte!?!?!?

Ich bin dann erst mal zu P1 gegangen und habe ihn gefragt, warum er bei mir nicht geklingelt hat.

Hätte er gemacht. Er hätte überall geklingelt, sagte er mir.

Ich fragte, warum ich nichts gehört hätte? Meine Klingel sei wohl kaputt, sagte er.

Nö, sei sie nicht und ich habe die Klingel betätigt. Oh Wunder, so laut wie immer.

Dann habe ich ihn gefragt, was sein dämlicher Spruch zu seinem Kollegen denn bedeutet hätte, den ich gehört hatte (weil ich wie ein altes Weib hinter dem Fenster stand...). Ich wiederholte seinen Wortlaut und ich klang dabei echt richtig gereizt.

Das hatte bei ihm dann anscheinend einen völligen Gedächtnisverlust oder so etwas zur Folge, denn er sagte, er hätte gar nicht gesprochen.

Ich habe ihm gesagt, dass ich generell keine Stimmen höre, es sei denn, dass jemand spricht und ihm dann empfohlen sich mal checken zu lassen, denn wenn er sich nicht erinnere und da gerade ein anderer aus ihm gesprochen hätte, wäre das ja auch nicht ganz normal...



SERVICEWÜSTE WAREN (Müritz)

Seit einigen Tagen gibt ein weiteres Warener Geschäft, das mich nie wieder als Kunde haben wird.
Ich war neulich kurz in einem Schreibwarengeschäft, weil ich CD-Papierhüllen kaufen wollte. Da die Verkäuferin mich schon mit einem gekünstelten Lächeln und einer sonstigen "Sprich mich bloß nicht an"-Körperhaltung begrüßte, habe ich mich so auf die Suche gemacht.

Dabei kam ich auch an einige Folienstiften vorbei, wovon ich einen zur Begutachtung kurz in die Hand nahm, mich jedoch dagegen entschied und ihn, wie es allgemein wohl so üblich ist, zurück in seine Box legte. Ich fand dann relativ zügig die CD-Hüllen und ging zur Kasse.

Dort erwartete mich "Blondie", während eine andere Verkäuferin genervt versuchte einer anderen Kunden den Lotto Quicktipp zu erklären. Ich legte meine CD-Hüllen hin, sie scannte sie ein und fragte dann: "Sie hatten vorhin ja auch Stifte in der Hand. Wo sind die denn? Haben sie die noch irgendwo in einer Tasche einstecken?"

Ich war perplex und fast zu entsetzt, um zu antworten und das kommt nun nicht so häufig vor. Einen Kunden so zu behandeln und mir einen (versuchten) Diebstahl zu unterstellen, ist eine bodenlose Frechheit. Dass ich überhaupt noch relativ ruhig geblieben bin und ihr die Hüllen nicht direkt in die Visage gedrückt habe, bereue ich jetzt. Mein Ansage war deutlich, hat aber noch nicht vollständig meine Wut verrauchen lassen.

Meine erneute Erkenntnis: Der so hochgelobte persönliche Kontakt in kleinen Geschäften ist nur etwas wert, wenn er nicht immer wieder von dummen Menschen mit Füße getreten wird.
Ich jedenfalls kann als Kunde gerne darauf verzichten und begebe mich demnächst nicht wieder in die Stadt, um regionale Geschäfte zu unterstützen, sondern bevorzuge wieder die Anonymität des Internets, lasse mir die Waren ins Haus liefern, profitiere nebenbei noch von den günstigeren Preisen und bestreite stressfrei meinen Tag!